HHK: Kam dir bereits vor dieser Kampagne vielleicht schon mal die Idee, solche Themen in deinen Raps dran zubringen oder meinst du, dass es auf diese Art und Weise effektiver ist?
Samy Deluxe: Vor der Kampagne kam mir eigentlich nicht die Idee das Thema in meine Texte einzubauen, da es mich vorher nicht wirklich interessiert hat. Durch die Konfrontation mit dem Thema Aids und HIV bin ich aber natürlich zum Nachdenken angeregt worden und ich könnte mir schon vorstellen, dass es in der Zukunft mal passieren könnte, dass es etwas zu dem Thema auf CD zu hören gibt.
HHK: „Stop AIDS. Keep the Promise“. Die Kampagne soll vor allem auch Politiker daran erinnern, ihr Versprechen, welches sie 2001 auf einer Sondersitzung der Vereinten Nationen gegeben haben, sich stärker im Kampf gegen die weltweite HIV – Epidemie zu engagieren. Was würdest du „besser machen“, wenn du an der politischen Spitze Deutschlands wärst? Was wurde bisher „falsch“ gemacht?
Samy Deluxe: Das Hauptproblem ist einfach die Darstellung der Krankheit in der Öffentlichkeit. Wenn man über Aids oder HIV spricht wird das Thema fast immer in direkte Verbindung mit Afrika - Homosexualität oder Drogenkonsum gebracht. Dadurch denken die Menschen und gerade auch die Jugendlichen, dass die Krankheit niemanden betreffen kann, der sich nicht in den genannten Bereichen befindet. Das ist aber falsch. Im Zuge dieser Kampagne hab ich Jugendliche und junge Erwachsene getroffen, die HIV positiv sind, aber natürlich aussehen wie Du und ich, also wie ein ganz normale Menschen.Darüber hinaus ist ein grundsätzliches Problem natürlich, dass die Politiker hier in Deutschland immer noch nicht die Sprache der Kids sprechen und schon alleine vom äusseren Erscheinungsbild zu weit von den Jugendlichen entfernt sind. Ich würde mich kleiden wie jetzt auch, allein dadurch hebt man sich nicht so von den Kids ab wie in Anzug und Krawatte.
HHK: Was steht bei dir nun noch auf dem Programm bezüglich der Kampagne?
Samy Deluxe: Für mich ist die Kampagne am vergangenen Freitag, dem Welt-Aids-Tag beendet worden. Neben der offiziellen Pressekonferenz, einer Rede beim Empfang der Deutschen Aids Hilfe, einem Besuch der Jugendfilmtage in Bremen, dem Besuch der Operngala der Deutschen Aids Stiftung, gab es noch diverse Besuche bei Betroffenen.
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